Hector-Schnabelwal

Mesoplodon hectori
Synonyme: 
  • Hector-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 4,30 m
  • Weibchen: 4,30 m
  • Geburtsgröße: 2,00 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 1.840 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Die Erstbeschreibung des Hector-Schnabelwals erfolgte 1866 anhand von Strandungsüberresten. Bis Mitte der 1970er Jahre gab es keine Sichtungen lebender Tiere. So stammt die meiste Information über diese Art von gestrandeten Tieren und Skeletten sowie einer einzigen bestätigten Beobachtung in freier Wildbahn. Bei weiteren Beobachtungen vor Kalifornien, die dieser Art zugeordnet worden waren, stellte sich später heraus, dass es sich hier um eine eigene, neue Art handelt, den Perrin-Schnabelwal. So bleiben gültige Dokumentationen des Hector-Schnabelwals absolute Mangelware.

Morphologie: 

Der Hector-Schnabelwal ist eines der kleinsten Mitglieder der Schnabelwal-Familie. Er hat einen hellgrauen oder weißen Schnabel, der zwar kurz, aber deutlich abgesetzt ist. Rund um den Schnabel und die Augen liegen dunkle Flecken. Nahe der Schnabelspitze sind kleine, dreieckige Zähne sichtbar, die mitunter von Entenmuscheln bewachsen sind. Der kräftige, spindelförmige Körper ist oberseits dunkelgrau oder bräunlich und unterseits hellgrau. Der Nabel ist oft von einem weiß gefärbten Bereich umgeben. Der Hector-Schnabelwal hat ein mondsichelförmiges Blasloch, kurze Brustflossen und eine dreieckige Rückenflosse mit gerundeter Spitze. Die Körper der Männchen sind oft von Narben übersät, vermutlich von Kämpfen untereinander.

Verhalten: 

Es ist generell schwierig, die Schnabelwalarten auf See zu erkennen. Für den Hector-Schnabelwal liegt nur eine bestätigte Sichtung vor (westlich von Australien), daher lässt sich kaum etwas über das Verhalten dieser Art sagen. Manche gehen davon aus, dass Hector-Schnabelwale anders als die anderen Schnabelwale neugierig auf Schiffe reagieren. Wenn dies ihr normales Verhalten ist, stellt sich aber die Frage, warum es dann nicht mehr Sichtungen gibt. Eine mögliche Erklärung lautet, dass diese Art von Natur aus selten sein könnte. Man nimmt an, dass sich der Hector-Schnabelwal auf hoher See vor allem von Tiefseekalmaren ernährt, wie dies auch bei anderen Schnabelwalen der Fall ist.

Verbreitung: 

Der Hector-Schnabelwal dürfte eine südhemisphärische Art sein, die südlich des Wendekreises lebt. Der Großteil der Belege stammt aus Neuseeland, weitere Berichte über diese Art gibt es von den Falkland-Inseln sowie aus Südafrika und Südamerika. Der Hector-Schnabelwal wurde nie gezielt gejagt, könnte aber wie andere Schnabelwale etwa durch Beifang, Klimawandel, Müll und Lärmverschmutzung gefährdet werden. Es gibt keine Schätzung des Weltbestandes und die IUCN listet die Art in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage”.

Verbreitungskarte: