Gewöhnlicher Schweinswal

Phocoena phocoena
Synonyme: 
  • Schweinswal
  • Gewöhnlicher Schweinswal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,80 m
  • Weibchen: 1,90 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 61 kg
  • Weibchen: 76 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
700000
IUCN-Kategorie: 
LC (Population der Ostsee: CR)
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen der Nord- und Ostsee, des westlichen Nordatlantiks, des Schwarzen Meers und Nordwestafrikas)
Taxonomie: 

Der (Gewöhnliche) Schweinswal ist das einzige Mitglied der Schweinswal-Familie, das auch in europäischen Gewässern lebt. Charakteristisch ist das Geräusch, das er bisweilen beim Ausatmen erzeugt - es klingt wie ein Schneuzen oder Schnaufen. Das bekannte Höchstalter liegt sowohl für Männchen als auch für Weibchen bei 23 Jahren, allerdings werden die meisten Schweinswale nicht älter als 12. Man unterscheidet vier Unterarten des Schweinswals: 1) P. p. phocoena im Nordatlantik; 2) P. p. vomerina im Nordostpazifik; 3) P. p. relicta im Schwarzen Meer; und 4) eine noch unbenannte Subspezies im Nordwestpazifik.

Morphologie: 

Der Schweinswal hat einen kleinen, gerundeten Kopf mit flacher Stirn und ohne Schnabel. Die Lippen der Tiere sind schwarz, ebenso wie das Kinn. Die Mundlinie ist leicht nach oben gezogen, was den Eindruck hervorruft, die Wale würden lächeln. Der kräftige Körper hat eine dunkle Rückenfärbung und einen weißlich bis hellgrau gefärbten Bauch. Die Rückenflosse ist dreieckig mit einer stumpfen Spitze und sitzt knapp hinter der Körpermitte. Die Brustflossen sind klein, dunkel und ein wenig gerundet. Junge Schweinswale sind matter gefärbt als ausgewachsene Tiere.

Verhalten: 

Meist lassen Schweinswale nicht viel von sich sehen, aber die geringe Körpergröße, der charakteristisch rollende Schwimmstil und die kleine dreieckige Rückenflosse sollten es einem Beobachter einigermaßen leicht machen, einen Schweinswal zu erkennen, wenn man ihn gut zu Gesicht bekommt. Fische - vor allem kleine, schulenbildende Arten - und Kopffüßer stellen seine Hauptnahrung dar. Schweinswale können bis zu sechs Minuten lang unter Wasser bleiben. Üblicherweise schwimmen sie alleine oder in Kleingruppen, die häufigste Form einer sozialen Gruppe besteht aus Mutter und Kalb.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Schweinswals sind die Küstengewässer der Subarktis und des kühlgemäßigten Nordatlantiks und Nordpazifiks. Oft suchen sie flache Buchten, Flussmündungen und Gezeitenkanäle auf, die weniger als 200 m tief sind. Gelegentlich schwimmen sie in Flüsse hinein. Am häufigsten werden sie innerhalb von 10 km Entfernung vor der Küste beobachtet. Den jahreszeitlichen Wanderungen ihrer Beutetiere folgend halten sie sich im Sommer näher an der Küste auf, im Winter dagegen weiter am offenen Meer. Es gibt auch Hinweise auf Nord-Süd-Wanderungen von Schweinswalen.In einigen Gebieten führten Aktivitäten des Menschen in den letzten Jahrzehnten zu einem Rückgang der Schweinswale. Der Weltbestand ist unbekannt, lediglich Schätzungen liegen vor. Die IUCN betrachtet die Art insgesamt als nicht gefährdet, allerdings ist die Unterart im Schwarzen Meer als stark gefährdet eingestuft und die Ostsee-Population gilt als vom Aussterben bedroht. Früher wurden Schweinswale in großer Zahl gejagt, aber heute geht die mit Abstand größte Gefahr von Fischernetzen aus, in denen jedes Jahr tausende Schweinswale sterben. Da sie nahe am Meeresgrund nach Nahrung suchen, sind Bodennetze für Schweinswale eine besondere Gefahr. Vermutlich übersteigt die Sterblichkeit in Fischernetzen in mehreren Regionen die Reproduktivität. Im Nordostatlantik wurde unlängst nachgewiesen, dass chemische Verschmutzung bereits die Gesundheit der Schweinswale beeinträchtigt. Weitere Gefährdungsfaktoren sind Schiffsverkehr, Jagd, Lebensraumverlust, Störung durch Menschen, Lärmverschmutzung sowie Nahrungsverknappung.

Verbreitungskarte: