Gewöhnlicher Grindwal

Globicephala melas
Synonyme: 
  • Gewöhnlicher Grindwal
  • Langflossen-Grindwal
  • Pilotwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 6,70 m
  • Weibchen: 5,70 m
  • Geburtsgröße: 1,60 - 2,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 2.300 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
  • kleine bis mittelgroße Fische (Makrelen, Steinbutt etc.)
Weltbestand, geschätzt: 
900000
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Populationen der Nord- und Ostsee)
Taxonomie: 

Die Wissenschaft geht derzeit von zwei Grindwal-Arten aus: dem Gewöhnlichen und dem Kurzflossen-Grindwal. Auf See ist es sehr schwierig (wenn nicht unmöglich), die beiden Arten voneinander zu unterscheiden, allerdings überschneiden sich ihre Verbreitungsgebiete kaum. Der Kurzflossen-Grindwal bevorzugt warmgemäßigte und tropische Gewässer, während der Gewöhnliche Grindwal kaltgemäßigte Bedingungen vorzieht. In manchen Einteilungen werden drei Unterarten des Gewöhnlichen Grindwals unterschieden: 1) G. m. melas im Nordatlantik, 2) G. m. edwardii auf der Südhalbkugel und 3) eine unbenannte und inzwischen ausgestorbene Unterart vor Japan.

Morphologie: 

Grindwale sind große, kräftige Tiere mit einem kugeligen Kopf ohne erkennbaren Schnabel. Die Brustflossen sind lang und zugespitzt, die sichelförmige Rückenflosse ist schräg nach hinten gerichtet und bei Männchen größer als bei Weibchen und Jungtieren. Im Vergleich zu jenen des Kurzflossen-Grindwals sind die Brustflossen beim Gewöhnlichen Grindwal länger und haben einen deutlicheren, sichelförmigen Ellbogen. Die Schwanzflosse entwickelt oft aufgebogene Spitzen. Auch die Färbung ist beim Gewöhnlichen Grindwal deutlicher. Der Körper ist schwarz - aus der Nähe betrachtet mit brauner oder grauer Tönung - und zeigt einige charakteristische Zeichnungen: einen weißen Streifen diagonal hinter dem Auge, einen weißen Sattelfleck hinter der Rückenflosse und einen ankerförmigen Fleck auf Brust und Bauch. Junge Gewöhnliche Grindwale sind blasser als erwachsene Tiere und manchmal gesprenkelt; ihre Rückenflosse ist stärker zugespitzt. Naheliegenderweise kann der Gewöhnliche Grindwal am leichtesten mit dem Kurzflossen-Grindwal verwechselt werden, aber auch mit dem Schwertwal oder dem Kleinen Schwertwal sind Verwechslungen möglich. Die Letztgenannten sind aber anhand ihrer weißen Zeichnung, der Form ihrer Rückenflosse und ihres Verhaltens problemlos von den Grindwalen zu unterscheiden.

Verhalten: 

Gewöhnliche Grindwale sind sehr gesellig und vergesellschaften sich auch oft mit anderen Waltieren. Sie sind gemütliche Schwimmer und oft inaktiv an der Oberfläche, wo sie bewegungslos treiben und langsamen Schiffen auch eine Annäherung gestatten. Andererseits sieht man sie auch, wie sie auf Bugwellen reiten, mit der Fluke aufs Wasser klatschen oder den Kopf aus dem Wasser strecken, um sich umzusehen. Erwachsene Grindwale springen nur selten, Jungtiere häufiger. Meist sind Gewöhnliche Grindwale in stabilen Gruppen von 10 bis 20 Tieren unterwegs, davon mehr Weibchen als Männchen, aber gelegentlich bilden sie auch Gruppen mit hunderten Grindwalen. Ihr starker Gruppenzusammenhalt ist vielleicht auch ein Grund, warum bei Grindwalen Massenstrandungen häufiger sind als bei den meisten anderen Arten. In einem Extremereignis strandeten mehr als 800 Grindwale und leider sind Strandungen mit mehr als 100 Tieren nicht ungewöhnlich. Grindwale bilden oft gemeinsame Gruppen mit Gemeinen Delfinen und Großen Tümmlern, aber auch verschiedenen anderen Arten, z.B. Zwergwalen und Atlantischen Weißseitendelfinen.

Verbreitung: 

Gewöhnliche Grindwale leben in den subpolaren und gemäßigten Zonen. Im Nordatlantik halten sie sich vor allem auf hoher See auf, können aber auch näher an der Küste angetroffen werden. Auf der Südhalbkugel kommen sie südwärts bis zur Antarktischen Konvergenz vor. Auf den Färöer-Inseln und andernorts werden Gewöhnliche Grindwale nach wie vor bejagt, nicht nur wegen ihres Fleisches, sondern auch - so wird behauptet - weil sie Konkurrenten der Fischerei seien. Weitere Gefahren für diese Art sind der Beifang, die Überfischung ihrer Nahrungstiere, Lärmverschmutzung und der Klimawandel. Auf der Roten Liste der IUCN scheint diese Art in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage” auf.

Verbreitungskarte: