Gervais-Zweizahnwal

Mesoplodon europaeus
Synonyme: 
  • Gervais-Zweizahnwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 4,60 m
  • Weibchen: 5,20 m
  • Geburtsgröße: 2,10 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 1.200 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
  • kleine Fische
  • Garnelen
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Die meisten Informationen über den Gervais-Zweizahnwal stammen von gestrandeten Tieren und einer Handvoll bestätigter Sichtungen auf See. Um diese Art bestimmen zu können, muss man sie entweder sehr gut sehen oder an genetisches Material kommen. Daher kann sie sehr leicht mit anderen Schnabelwalen, die im selben Gebiet vorkommen, verwechselt werden.

Morphologie: 

Der Gervais-Zweizahnwal hat eine leicht vorgewölbte Stirn und einen ausgeprägten, schmalen Schnabel mittlerer Länge. Die Männchen erkennt man an einem einzelnen Zahnpaar, das sich auf etwa einem Drittel der Strecke von der Schnabelspitze zum Mundwinkel befindet. Diese Zähne bleiben auch bei geschlossenem Mund sichtbar. Der Körper des Gervais-Zweizahnwals ist kräftig und spindelförmig. Die Rückenflosse ist klein und haiähnlich, die Schwanzflosse ungekerbt und leicht konkav. Während die Körperoberseite dunkelgrau oder marineblau gefärbt ist, zeigt sich die Unterseite blassgrau, wodurch ein scharfer Kontrast erzeugt wird. Am Bauch hat der Gervais-Zweizahnwal oft unregelmäßige weiße Flecken. Bei Jungtieren ist der gesamte Bauch weiß. Die Narben auf der Haut der Männchen lassen darauf schließen, dass es zwischen den männlichen Gervais-Zweizahnwalen zu Kämpfen kommt, möglicherweise um das Recht auf Paarung.

Verhalten: 

Über das Verhalten des Gervais-Zweizahnwals ist nicht viel bekannt. Vermutlich gehört diese Art zu den tief tauchenden Schnabelwalen, die sich in kleinen Gemeinschaften oder paarweise weit von der Küste entfernt aufhalten.

Verbreitung: 

Bekannt wurde diese Art durch den Fund eines im Englischen Kanal treibenden Exemplars im Jahr 1840. Seit damals aber wurden Vertreter der Art nur im westlichen Nordatlantik beobachtet, wobei die Mehrzahl der Sichtungen aus dessen südwestlichem Teil gemeldet wurden. An der nordamerikanischen Küste ist der Gervais-Zweizahnwal die am häufigsten strandende Art der Schnabelwal-Familie. Außerdem gibt es Beobachtungen im Gebiet der Bahamas, um Jamaika, Trinidad und Tobago sowie südwärts bis Uruguay. Im Ostteil ihres Verbreitungsgebietes nimmt man an, dass sie zwischen den Britischen Inseln und Angola vorkommen. Zu den Gefahren für diese Art dürften das Ertrinken in Fischernetzen, Lärmverschmutzung und der Klimawandel zählen. Der Weltbestand ist nicht bekannt, die Art ist nach Expertenmeinung aber eher selten. Von der IUCN wird der Gervais-Zweizahnwal in die Kategorie „ungenügende Datengrundlage” gestellt.

Verbreitungskarte: