Dall-Hafenschweinswal

Phocoenoides dalli
Synonyme: 
  • Weißflankenschweinswal
  • Dall-Hafenschweinswal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,40 m
  • Weibchen: 2,20 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 200 kg
Nahrung: 
  • Epi- und mesopelagische Fische (z.B. Laternenfische)
  • Kalmare (inkl. Gonatidae)
Weltbestand, geschätzt: 
1.200.000
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Lange Zeit wurden Dall-Hafenschweinswale stark bejagt und auch heute noch zählt diese Art zu den Hauptzielen japanischer Fischer, die bis zu 40.000 Tiere pro Jahr töten. Aktuell sind zwei Unterarten anerkannt: die weit verbreitete P. d. dalli und die nur im westlichen Artareal vorkommende P. d. truei.

Morphologie: 

Der Dall-Hafenschweinswal ist die größte Schweinswalart und hat einen kräftigen, kompakten Körper. Der Kopf ist relativ klein mit eher flacher Stirn. Der kurze Schnabel hat eine aufsteigende Mundlinie. Die nach vorne geneigte, dreieckige Rückenflosse hat eine breite Basis und manchmal eine Hakenspitze. Ihr oberer Teil trägt einen grau-weißen Fleck, der wie Zuckerglasur aussieht und nur bei dieser Art vorkommt. Schmale, gerundete Brustflossen sitzen nahe am Kopf, der Schwanzansatz ist dick, ebenso wie der Kiel, der bei Männchen besonders stark ausgeprägt ist. Die gekerbte Schwanzflosse hat eine oberseits manchmal weiße Hinterkante. Die Färbung ist bei den beiden Unterarten verschieden: P. d. dalli ist schwarz mit einem leuchtend weißen Fleck, der sich an Seiten und Bauch von der Höhe der Rückenflosse bis zum Schwanzansatz erstreckt. Bei der Unterart P. d. truei beginnt der weiße Fleck weiter vorne, knapp vor den Brustflossen. Aufgrund ihrer charakteristischen Färbung sind Dall-Hafenschweinswale kaum mit anderen Arten zu verwechseln.

Verhalten: 

Dall-Hafenschweinswale zeigen ein für Schweinswale völlig untypisches Verhalten. Die meisten Mitglieder dieser Familie sind still und scheu und meiden Boote. Der Dall-Hafenschweinswal hingegen sucht gezielt große, schnell fahrende Schiffe auf. Unter den Kleinwalen erreicht der Dall-Hafenschweinswal die höchsten Geschwindigkeiten, kurzzeitig bis zu 55 km/h. Bei ihrem schnellen Auftauchen erzeugen sie eine unverkennbare Gischt, die nach ihrer Form „Hahnenschwanz” genannt wird. Sie sind eifrige Bugwellenreiter, bleiben aber nicht lange bei Schiffen, die langsamer als 20 km/h fahren. Dall-Hafenschweinswale sind zwar sehr aktive Schwimmer, springen aber kaum und zeigen auch kein sonstiges akrobatisches Verhalten. Meist sind sie in Gruppen von weniger als 20 Tieren anzutreffen, aber es wurden auch schon Ansammlungen von über 1000 Tieren beobachtet. Sie vergesellschaften sich auch gerne mit Pazifischen Weißstreifendelfinen und Gewöhnlichen Grindwalen. Der Dall-Hafenschweinswal ist in erster Linie eine Hochseeart, aber auch in Küstengewässern anzutreffen, wenn die Tiefsee nicht weit von der Küste entfernt ist. Er ernährt sich nächtens von Fischen und Kopffüßern in bis zu 500 Meter Tiefe.

Verbreitung: 

Der Dall-Hafenschweinswal lebt in den kälteren Gewässern des Nordpazifiks, im Japanischen und Ochotskischen Meer sowie in der Beringsee. Die Verbreitung der Unterart P. d. dalli  reicht von der Grenze zwischen USA und Mexiko nordwärts bis etwa zum 60. Breitengrad sowie von Zentraljapan bis zum Ochotskischen Meer und der Beringsee. Die Unterart P. d. truei kommt nur im Westpazifik vor, und zwar zwischen 35 und 54°N. Die größte Gefahr für diese Art ist zweifellos die gezielte Jagd seitens Japans, aber auch Beifang, Verheddern in Fischernetzen und Meeresverschmutzung setzen der Art zu. In Dall-Hafenschweinswalen wurden chlororganische Verbindungen in Konzentrationen festgestellt, die eine Gefahr für die Fortpflanzungsfähigkeit darstellen. Die Rote Liste der IUCN klassifiziert die Art als nicht gefährdet.

Verbreitungskarte: