Cuvier-Schnabelwal

Ziphius cavirostris
Synonyme: 
  • Cuvier-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 6,90 m
  • Weibchen: 5,50 m
  • Geburtsgröße: 2,70 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 3.000 kg
Nahrung: 
  • Kalmare
  • Fische
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
100000
IUCN-Kategorie: 
LC
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Der Cuvier-Schnabelwal ist eine der am weitesten verbreiteten Schnabelwalarten und in allen Ozeanen anzutreffen. Er besiedelt sogar manche (Halb-)Binnenmeere und es wird diskutiert, ob sich die Population im Mittelmeer nicht von den anderen so stark unterscheidet, dass sie als eigene Unterart anzusehen wäre. Hier ist weitere Forschung angebracht.

Morphologie: 

Cuvier-Schnabelwale ähneln in ihrem Aussehen zwar etlichen anderen Schnabelwalen, sind aber anhand ihres kräftigen Körperbaus, ihres kurzen Schnabels und ihrer einzigartigen Färbung identifizierbar. Der Körper ist dunkelgrau bis hell rostbraun, der Kopf ist allerdings deutlich heller, fast weiß. Hinter der Melone haben Cuvier-Schnabelwale eine charakteristische Vertiefung. Männchen werden mit zunehmendem Alter oft heller und stärker von Narben gezeichnet. Manche Tiere haben einen orangen Glanz auf der Haut, der vermutlich von einem Bewuchs mit Kieselalgen stammt. Adulte Männchen tragen an der Spitze ihres Unterkiefers zwei kleine, sichtbare Zähne; bei Weibchen oder Jungtieren kommen diese Zähne nicht zum Vorschein. Cuvier-Schnabelwale haben eine gebogene Mundlinie und erscheinen daher „lächelnd”. Ihre Brustflossen sind klein und gerundet; beim Tauchen werden sie in so genannte „Flossentaschen” gelegt. Die kleine Rückenflosse sitzt relativ weit hinten, etwa am Beginn des letzten Rückendrittels. Wie auch bei anderen Schnabelwalen ist die Schwanzflosse ungekerbt.

Verhalten: 

Cuvier-Schnabelwale sind Tieftaucher: Auf der Suche nach Kalmaren, manchen Fischen und Krustentieren tauchen sie regelmäßig bis in 2000 Meter Tiefe hinab. Ihre Gruppengrößen sind gering (vielleicht zwei bis sieben Tiere), aber oft sind sie auch einzeln anzutreffen. Über das Sozialleben dieser Art liegen kaum Informationen vor. Cuvier-Schnabelwale reiten nicht auf Bugwellen, aber springen gelegentlich.

Verbreitung: 

Außerhalb der Polregionen besiedeln Cuvier-Schnabelwale sämtliche Tiefseegebiete. Ihre Erforschung findet vor allem bei kleinen ozeanischen Inseln statt, wo die Tiefsee nahe an der Küste ist. Die Hauptgefahren für Cuvier-Schnabelwale sind der Beifang in Fischernetzen (insbesondere Tiefsee-Treibnetze) und militärische Sonar-Übungen. Man nimmt an, dass die Frequenzen, mit denen aktive Sonare U-Boote aufspüren wollen, bei den Walen Panik auslösen, woraufhin sie zu schnell auftauchen und Schäden erleiden, die der Dekompressionskrankheit (Taucherkrankheit) entsprechen. In den letzten Jahren wurde bei mehreren Gruppenstrandungen eingehend die Todesursache untersucht und es ergaben sich starke Hinweise auf die Marine als Auslöser. Der Cuvier-Schnabelwale ist die einzige Schnabelwalart, für die eine globale Bestandsschätzung versucht wurde, die eine Zahl von ca. 100.000 Tieren ergab. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet.

Verbreitungskarte: