Commerson-Delfin

Cephalorhynchus commersonii
Synonyme: 
  • Commerson-Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,70 m
  • Weibchen: 1,70 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 86 kg
  • Weibchen: 86 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
  • Krustentiere
  • Benthische Wirbellose
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II (Population Südamerikas)
Taxonomie: 

Der Commerson-Delfin ist möglicherweise die individuenstärkste Art der Gattung Cephalorhynchus. Man unterscheidet zwei Unterarten: (1) C. c. commersonii vor Chile, Argentinien und den Falkland-Inseln sowie (2) C.c. kerguelenensis rund um die Kerguelen im südlichen Indischen Ozean.

Morphologie: 

Mit seiner kleinen, stämmigen Körperform schaut der Commerson-Delfin mehr wie ein Schweinswal aus, hat aber die typischen Merkmale und das Verhalten eines Delfins. Er hat einen gerundeten, konischen, stumpfen Kopf ohne Schnabel, eine große, flache, gerundete Rückenflosse und eine Schwanzflosse mit kleiner Kerbe und gerundeter Spitze. Die Brustflossen sind klein und gerundet; die linke ist an der Vorderkante meist gezackt, aber es gibt auch Individuen mit Zacken auf beiden Brustflossen. Der Commerson-Delfin hat eine sehr charakteristische Schwarz-Weiß-Zeichnung: Das Weiß überwiegt, Kopf, Gesicht und das Cape von der Rücken- bis zur Schwanzflosse sind schwarz. Sie haben eine weiße Kehle und einen weißen Bauch mit einem schwarzen Bereich um die Genitalöffnung, der bei Männchen wie ein Regentropfen, bei Weibchen wie ein unregelmäßiger Pinselstrich geformt ist. Die Kälber sind bei der Geburt grau, schwarz und braun. Diese Färbung ändert sich allmählich zu schwarz und grau und durch Aufhellung schließlich zum deutlichen Schwarz-Weiß der ausgewachsenen Tiere. Da die Körperfärbung nicht nur auffällig, sondern auch individuell verschieden ist, lässt sich beim Commerson-Delfin die Methode der Photoidentifikation gut anwenden. Mit anderen Arten ist der Commerson-Delfin kaum zu verwechseln, höchstens bei schlechten Lichtbedingungen mit dem Brillenschweinswal oder dem Chile-Delfin. Die Tiere der Population im Indischen Ozean sind generell größer als jene vor Südamerika und haben eine eher grau-schwarze Zeichnung.

Verhalten: 

Commerson-Delfine sind schnelle, eifrige Schwimmer, reiten oft auf Bugwellen, schwimmen mit dem Bauch nach oben oder drehen sich unter Wasser um die eigene Achse. Sie springen häufig und mehrmals hintereinander und surfen oft auf großen Wellen bis nahe an die Küste. Ihre Gruppengröße liegt meist unter 10 Tieren, in der Paarungssaison und bei der Nahrungssuche wurden aber auch schon Gruppen von bis zu 100 Delfinen beobachtet. Commerson-Delfine sind sehr sozial und vergesellschaften sich auch gerne mit Burmeister-Schweinswalen, Peale- und Chile-Delfinen. Sie ernähren sich von kleinen Fischen, Krabben, Kraken und kleinen Krustentieren, die sie in Seetangwiesen nahe der Küste oder in der Nähe des Meeresgrunds fangen.

Verbreitung: 

Der Lebensraum des Commerson-Delfins umfasst die Gewässer vor Südargentinien, rund um die Falkland-Inseln, vor Südchile und rund um die Kerguelen. Die meisten Sichtungen erfolgten küstennah in weniger als 100 Meter tiefem Wasser, oft im Bereich von Seetangwiesen. Sie leben auch an Flussmündungen und schwimmen eine gewisse Strecke flussaufwärts. Die Vorliebe für küstennahe Bereiche erhöht für Commerson-Delfine die Gefahr, in Fischernetzen umzukommen - dies ist die größte Gefahr für die Erhaltung dieser Art. In der Vergangenheit wurden sie von chilenischen und argentinischen Fischern auch absichtlich gefangen, um sie als Köder für den Krabbenfang zu verwenden. Diese Praxis dürfte aber deutlich angenommen haben. Der Gesamtbestand des Commerson-Delfins ist unbekannt und so wird diese Art von der IUCN (2013) mit „Datengrundlage ungenügend” eingestuft.

Verbreitungskarte: