Chile-Delfin

Cephalorhynchus eutropia
Synonyme: 
  • Weißbauchdelfin
  • Chile-Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,70 m
  • Weibchen: 1,70 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 63 kg
Nahrung: 
  • Fische (Sardinen, Sardellen, junge Lachse)
  • Kalmare
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
NT
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Wie auch andere Waltiere verfärbt sich der Chile-Delfin nach seinem Tod schwarz. Als noch kaum Beobachtungen lebender Tiere vorlagen, wurde diese Art daher auch Schwarzer Delfin genannt. Lokalen Fischern war sie aber bekannt, denn sie jagten den Chile-Delfin für den Verzehr und für die Verwendung als Köder. Diese Jagd ist jetzt zwar verboten, wird aber vermutlich immer noch praktiziert, wenn auch in geringerem Maße.

Morphologie: 

Der Chile-Delfin gehört zu den kleinsten Waltieren. Er hat einen stämmigen Körper, einen konischen Kopf, eine steile Stirn und keinen Schnabel. Im Oberkiefer hat er 58-68 kleine, spitze Zähne, im Unterkiefer 58-66. Die Rückenflosse ist flach und gerundet, die Brustflossen sind klein und ebenfalls gerundet. Die Schwanzflosse hat in der Mitte eine Kerbe und ebenso wie die Rückenflosse eine konkave Hinterkante. Der Körper ist grau gefärbt, heller an der Melone und dunkler am Unterkiefer, von dem sich ein schwarzer Streifen zu den Brustflossen zieht. Kennzeichnende Merkmale für dieses Art sind ein schwarzes Band vom Atemloch bis oberhalb des Auges, eine weiße Kehle und ein weißer Fleck hinter den beiden Brustflossen. Der Bauch ist weiß und trägt eine graue Zeichnung rund um den Genitalschlitz, die je nach Geschlecht unterschiedlich ist. In freier Wildbahn kann man den Chile-Delfin mit dem Brillen- oder dem Burmeister-Schweinswal verwechseln, aber Position und Rundung der Rückenflosse sind kennzeichnende Merkmale. Für die richtige Artbestimmung sollte die Aufmerksamkeit also auf die Finne gelenkt werden.

Verhalten: 

Über das Verhalten dieser Art wissen wir sehr wenig. Sie wurde als scheu und wenig akrobatisch beschrieben. Chile-Delfine treten in Gruppen von 2 bis 15 Tieren auf, es wurden aber auch schon größere Ansammlungen beobachtet. Sie schwimmen auf charakteristische Weise in runden Bahnen oder zick-zack-förmig, um Fische zusammenzutreiben. Chile-Delfine vergesellschaften sich mit Peale-Delfinen und bei der Jagd - so wie auch andere Delfinarten - oft mit Seevögeln.

Verbreitung: 

Wie schon der Name vermuten lässt, kommt der Chile-Delfin nur in Chile vor, und zwar in den kalten, flachen Küstengewässern, Mündungsbereichen und Kanälen vom 33. südlichen Breitengrad bis zur Südspitze Südamerikas, in den Kanälen von Feuerland und in der Magellanstraße. Er scheint Gebiete mit hohem Tidenhub zu bevorzugen und ist häufig an den Mündungen von Fjorden und Buchten anzutreffen. Manchmal schwimmt er auch in Flüsse hinein. Gefährdet wird der Chile-Delfin durch Bejagung - sein Fleisch wird gegessen oder als Köder im chilenischen Krabbenfang verwendet -, durch Beifang, Störung durch Schiffe und Lebensraumverschlechterung. Aquakultur-Anlagen und gegen Seelöwen gerichtete Netze schränken seinen Lebensraum ein. Die Gesamtgröße der Population ist nicht bekannt, man geht von nur wenigen tausend Tieren aus. In der Roten Liste der IUCN (2008) ist der Chile-Delfin in der Kategorie „Gefährdung droht” eingestuft.

Verbreitungskarte: