Buckelwal

Megaptera novaeangliae
Synonyme: 
  • Buckelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 17 m
  • Weibchen: 19 m
  • Geburtsgröße: 4 - 5 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 40.000 kg
Nahrung: 
  • Krill
  • schulenbildende Fische
Weltbestand, geschätzt: 
63000
IUCN-Kategorie: 
LC (Die Populationen im Arabischen Meer und in Ozeanien sind als EN gelistet.)
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
I
Taxonomie: 

Der Buckelwal ist als einer der energischsten Großwale bekannt, der spektakuläre Sprünge zeigt und mit Brust- und Schwanzflossen auf die Wasseroberfläche klatscht. Sein wissenschaftlicher Name Megaptera novaeangliae bedeutet „Großflügler aus Neu-England”, da seine langen Brustflossen beim Springen an Flügel erinnern und er erstmals in New England beschrieben wurde. Derzeit sind 3 Unterarten anerkannt: M. n. australis – der Südliche Buckelwal, M. n. kuzira – der Nordpazifische Buckelwal und M. n. novaeangliae – der Nordatlantische Buckelwal. Die große Beliebtheit des Buckelwals bei Walbeobachtungsfahrten hat dafür gesorgt, dass die Art im Zentrum zahlreicher Artenschutzbemühungen steht. Dabei fungiert der Buckelwal als Schirmart, von deren Schutz auch viele andere Arten profitieren, die in ihren Schutzgebieten vorkommen, darunter Arten, die denselben Gefährdungen ausgesetzt sind.

Morphologie: 

Anhand seiner enormen Größe, seines höckrigen Kopfes und der 5 Meter langen Brustflossen ist diese Art leicht zu erkennen. Atlantische Buckelwale haben überwiegend weiße Brustflossen, bei den pazifischen Exemplaren ist die Oberseite dagegen dunkler gefärbt. Generell sind die südhemisphärischen Buckelwale an den Flanken heller gezeichnet. Die Höcker auf dem Kopf, auch Tuberkel genannt, enthalten jeweils ein Haarfollikel, das für die Sinneswahrnehmung genutzt werden kann, ähnlich den Schnurrhaaren einer Katze. Die Schwanzflosse unterscheidet den Buckelwal von allen anderen Walen. Ihre schwarz-weiße Zeichnung und die wellenförmige Hinterkante sind individuell so einzigartig wie beim Menschen der Fingerabdruck - Experten können daher tausende Buckelwale auf der ganzen Welt individuell ansprechen. Da die Fluke beim Abtauchen aus dem Wasser gehoben wird, können sich die Wissenschaftler über die Bewegungen der einzelnen Buckelwale auf dem Laufenden halten.

Verhalten: 

Männliche Buckelwale singen von allen Tieren die längsten und komplexesten Lieder, die aus einer ausgefeilten Abfolge von Pfeif- und Quietschtönen sowie tiefen, sonoren Rufen bestehen. Die Lieder werden in „Strophen” gegliedert und in einer bestimmten Reihenfolge gesungen, was bis zu 30 Minuten lang dauern kann. Die Männchen eines Paarungsgebietes singen die gleichen Lieder, die sich im Lauf der Zeit graduell verändern. Sehr bemerkenswert ist auch das ungewöhnliche Fressverhalten der Buckelwale. Sie treiben manchmal ihre Beute zusammen oder erzeugen eine Art „Fischernetz”, indem sie unter Wasser schwimmend ausatmen und so kreisrund Bläschen aufsteigen lassen. Die Fische werden von diesen „Luftblasennetzen” eng zusammengedrängt. Nun kann der Wal mit geöffnetem Maul hindurchschwimmen und den ganzen Schwarm aufnehmen. Buckelwale können Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h erreichen, aber während ihrer Wanderungen sind sie gemächlicher unterwegs, machen Pausen und gesellen sich auf dem Weg zueinander. Buckelwale unternehmen weite Wanderungen, wobei jede Population ihrer eigenen Route folgt. Generell verbringen sie den Winter im warmen, tropischen Wasser in Äquatornähe, wo sie auch ihre Jungen zur Welt bringen. Vom Frühling bis zum Herbst suchen sie ihre Nahrungsgründe in den kühleren, polnäheren Gewässern auf. Die Buckelwale, die in den Gewässern der Antarktis ihre Nahrung suchen und vor Kolumbien bzw. Panama ihre Kälber gebären, legen die größte bekannte Wanderstrecke aller Säugetiere zurück.

Verbreitung: 

Mehr als 250 000 Buckelwale sind dem industriellen Walfang in der Vergangenheit zum Opfer gefallen. Heute erholen sich die Bestände vielerorts, weshalb die IUCN den Buckelwal bei der letzten Überarbeitung 2008 auf „nicht gefährdet” herabgestuft hat. Nach wie vor sind einzelne Populationen jedoch unter der IUCN-Kategorie „stark gefährdet” gelistet. Weitere, offenbar kleine und von anderen getrennte Populationen in verschiedenen Meeren geben ebenfalls Anlass zur Sorge, ihr Zustand ist aber ungeklärt. Die größten Populationen des Buckelwals leben im Nordatlantik, im Nordpazifik und im Indischen Ozean. Zwischen den Populationen besteht ein gewisser Austausch. Zu den weltweiten Gefahren für die Buckelwalbestände zählen Lebensraumverlust, chemische und akustische Umweltverschmutzung, Ertrinken in Fischernetzen und Nahrungsmangel.

Verbreitungskarte: