Brydewal

Balaenoptera edeni
Synonyme: 
  • Brydewal
  • Tropischer Wal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 15 m
  • Weibchen: 17 m
  • Geburtsgröße: 4 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 40.000 kg
Nahrung: 
  • Schulenbildende Fische
  • Krill
  • Kalmare und andere Wirbellose
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Der Brydewal ist nach Johan Bryde benannt, der 1909 an der Errichtung der ersten Fabrik zur Verarbeitung von Walen in Durban (Südafrika) beteiligt war. Er ist der einzige Bartenwal, der das ganze Jahr über in warmen Gewässern in Äquatornähe lebt, und wird daher manchmal auch treffend als „Tropischer Wal“ bezeichnet. Die Identität und Anzahl der Arten im „Brydewal-Artenkomplex“ ist jedoch noch immer unklar. Zusätzlich zum „gewöhnlichen“ Brydewal, der weltweit im Pazifik, Indischen und Atlantischen Ozean vorkommt, ist auch von einer oder mehreren kleineren Formen die Rede, die eher in küstennahen Gebieten vorkommen. Momentan ist der taxonomische Status der kleineren Formen unklar;  es könnte weitere Arten bzw. Unterarten geben. Zwei von ihnen sind bisher anerkannt: B. e. brydei, der Offshore-Brydewal, und B. e. edeni, der Edenwal. Brydewale sind nahe mit anderen schnell schwimmenden, mittelgroßen bis großen Walen verwandt, die alle eine ähnliche Körperform besitzen und daher bei Sichtungen auf hoher See miteinander verwechselt werden können. Zu dieser Gruppe gehören der Seiwal, der Zwergwal und der Finnwal.

Morphologie: 

Brydewale tragen oben auf ihrem Kopf drei parallele Leisten. Ihre 40 bis 70 Kehlfalten ermöglichen eine Aufweitung des Mundraums bei der Nahrungsaufnahme. Der Brydewal ernährt sich hauptsächlich von schulenbildenden Fischen, dazu von Krill und anderen planktontischen Krebstieren. Der Körper der Brydewale ist schlank und rauchig blaugrau gefärbt, die Rückenflosse ist sichelförmig. Oft sind Brydewale gesprenkelt mit Narben, die von Parasiten und/oder Zigarrenhaien herrühren. Die Brustflossen sind schlank, zugespitzt und mit einem Zehntel der Körperlänge relativ kurz. Die breite, charakteristische Schwanzflosse ist nur selten außerhalb des Wassers zu sehen.

Verhalten: 

Bei der Nahrungsaufnahme sind Brydewale Einzelgänger, nur Mutter und Kalb fressen gemeinsam. Bei der Nahrungssuche an der Oberfläche und in der Tiefe können Brydewale plötzliche Richtungswechsel vollführen. Mitunter erweisen sie sich als neugierig, nähern sich Schiffen oder schwimmen neben diesen her. Das Atemholen erfolgt in unregelmäßigen Abständen. Oft blasen sie vier bis sieben dünne, nebelartige Strahlen, bevor sie für etwa zwei Minuten abtauchen. Sie können aber auch deutlich länger unter Wasser bleiben. Beim Auftauchen zeigen Brydewale selten mehr als die Oberseite ihres Kopfes.

Verbreitung: 

Der Brydewal legt keine großen Wanderungen zurück und nimmt, anders als manche andere Bartenwale, das ganze Jahr über Nahrung auf. Als einzige Bartenwalart bleibt er ganzjährig in den Tropen oder Subtropen und bevorzugt Wassertemperaturen von 16°C aufwärts. Es gibt sowohl küstenfern als auch küstennah lebende Gruppen und bei den Salomonen wurde kürzlich eine Zwergform des Brydewals entdeckt. Im Jahr 2000 nahmen japanische Walfänger die Jagd auf Brydewale wieder auf und töteten 43 Tiere im Rahmen des so genannten „wissenschaftlichen Walfangs”. Weitere Gefahren für den Brydewal sind Lärm- und chemische Verschmutzung. Die IUCN betrachtet den Brydewal als „Artenkomplex”, d.h. die systematische Klassifikation ist ungeklärt. Offenbar gibt es mindestens zwei, eventuell drei verschiedene Brydewal-Arten. Dementsprechend wurde die Artengruppe in die Kategorie „ungenügende Datengrundlage” gestellt, d.h. man weiß nicht genug, um ihren Status richtig einschätzen zu können (IUCN, 2008).

Verbreitungskarte: