Brillenschweinswal

Phocoena dioptrica
Synonyme: 
  • Brillenschweinswal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,25 m
  • Weibchen: 2,05 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 115 kg
Nahrung: 
  • Fische
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Vorübergehend wurde der Brillenschweinswal als Australophocaena dioptrica in eine eigene Gattung gestellt, nach neueren genetischen Untersuchungen wurde die Art aber wie früher in die Gattung Phocoena eingegliedert. Es handelt sich um eine sehr wenig bekannte Art, von der es bisher erst ein paar Dutzend bestätigte Sichtungen gibt.

Morphologie: 

Der stämmig gebaute Brillenschweinswal ist eines der größeren Mitglieder der Schweinswalfamilie und fast schnabellos. Seine Brustflossen sind abgerundet und liegen in der Nähe des kleinen Kopfes. Die Schwanzflosse ist zugespitzt und in der Mitte charakteristisch gekerbt. Eines der besten Arterkennungsmerkmale ist die Rückenflosse. Bei den Männchen ist sie groß und gerundet und sitzt auf einer breiten Basis, während sie bei den Weibchen kleiner und eher dreieckig ist. Brillenschweinswale sind zweifärbig, wobei der blauschwarze Rücken stark mit dem reinweißen Bauch- und unteren Flankenbereich kontrastiert. Die Lippen sind schwarz und von den Mundwinkeln verläuft eine dunkle Linie zu den Brustflossen. Rund um die Augen haben Brillenschweinswale die namengebenden hellen Ringe. Die Brustflossen variieren von dunkelgrau bis weiß. Die Oberseite des Schwanzansatzes weist einen weißen Streifen auf, und bei manchen Tieren kann auch die Oberseite der Fluke weiß sein. Zu verwechseln ist der Brillenschweinswal mit dem Commerson-Delfin und dem Burmeister-Schweinswal. Die Körperfärbung ist aber doch deutlich verschieden und vor allem ist die Rückenflosse des Brillenschweinswals sehr charakteristisch. Wie bei allen Schweinswalen sind die Zähne „spatelförmig”, wohingegen die Zähne der Delfine konisch geformt sind. Im Oberkiefer sitzen bis zu 52 Zähne und im Unterkiefer bis zu 42.

Verhalten: 

Über das Verhalten der Brillenschweinswale wissen wir wenig. Sie sind unauffällige, schnelle Schwimmer, meiden Schiffe und gelten - wie andere Phocoena-Arten - als nicht besonders akrobatisch. Bei den wenigen dokumentierten Sichtungen wurden die Brillenschweinswale einzeln oder in Kleingruppen von bis zu 5 Tieren angetroffen.

Verbreitung: 

Am häufigsten wurden Brillenschweinswale vor der Südostküste Südamerikas gesehen, aber möglicherweise erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet zirkumpolar um die Südhalbkugel, denn sie wurden auch auf hoher See, vor Tasmanien und rund um verschiedene ozeanische Inseln gesichtet. Vor Südchile werden Brillenschweinswale gezielt gejagt, um sie zu Krabbenködern zu verarbeiten, und wie andere Schweinswale werden sie auch ungezielt in Kiemen- und Treibnetzen gefangen. Es liegen keine Bestandsschätzungen für diese Art vor, ihr IUCN-Status ist dementsprechend „ungenügende Datengrundlage”.

Verbreitungskarte: