Blauwal

Balaenoptera musculus
Synonyme: 
  • Blauwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 29 m
  • Weibchen: 33 m
  • Geburtsgröße: 7 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 180.000 kg
Nahrung: 
  • Verschiedene Arten von Krill
Weltbestand, geschätzt: 
10.000 - 25.000
IUCN-Kategorie: 
EN
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
I
Taxonomie: 

Der Blauwal gehört zu den größten Tierarten, die jemals auf Erden existiert haben, und ernährt sich von einer der kleinsten. Von allen Furchenwalen hat er die längsten Barten, die bis zu einem Meter lang werden können. Mit diesen Bartenplatten filtern Blauwale große Schwärme von Krill, garnelenartigen Krebschen, aus dem freien Wasser. Es gibt viele Diskussionen rund um die Einteilung der Art in mehrere Unterarten. Die einfachste Einteilung nennt fünf Unterarten: B. m. musculus bezieht sich auf die Populationen, die im Nordatlantik und im Nordpazifik vorkommen. Als B. m. intermedia (manchmal auch als „der wahre Blauwal“ bezeichnet) wird die Population in der Antarktis bezeichnet, B. m. brevicauda (auch als Zwergblauwal bezeichnet) wird die Population im südlichen Indischen Ozean (ausgenommen Antarktis) genannt. Die Bezeichnung B. m. indica wurde der Blauwal-Population im nördlichen Indischen Ozean zugeordnet. Eine weitere noch unbenannte Unterart lebt in den Gewässern vor Chile. 

Morphologie: 

Der Blauwal ist von langgestreckter, stromlinienförmiger Gestalt. Sein Rücken ist blassblau oder grau, marmoriert mit helleren Flecken. Der Bauch ist meist heller, mitunter sogar weiß, kann aber bei entsprechendem Algenbewuchs auch gelb wirken. Der Kopf des Blauwals ist breit und lang, U-förmig wie ein gotischer Spitzbogen, und kann bis zu einem Viertel der Körperlange einnehmen. Eine Leiste, die über ihren Scheitel verläuft, endet in einem großen Spritzschutz vor den beiden Blaslöchern. Der Blauwal hat 55 bis 88 Kehlfurchen, die sich bei der Nahrungsaufnahme ausdehnen. Die Zunge hat ein Gewicht von ca. 4 Tonnen und ist groß genug, dass eine ganze Fußballmannschaft auf ihr Platz fände.

Verhalten: 

Auf hoher See können Blauwale bei gutem Wetter schon aus großer Distanz gesichtet werden, da ihr kraftvoller Blas bis zu 12 Meter hoch reicht. Meist schwimmen sie recht langsam, auf der Flucht können sie aber mehr als 30 km/h erreichen. Junge Blauwale wurden schon beim Springen beobachtet, aber Erwachsene scheinen dies nur sehr selten zu tun. Blauwale werden oft einzeln oder in Paaren angetroffen. Mit ihren lauten, tiefen, sehr weit tragenden Stimmen ist es ihnen aber möglich, mit Artgenossen Kontakt zu halten, die hunderte oder sogar tausende Kilometer weit entfernt sind. Man nimmt an, dass die meisten Blauwale zwischen tropischen und polaren Gewässern wandern. Im Allgemeinen schwimmen sie im Winter in die warmen, tropischen Gewässer niedriger Breitengrade, wo sie ihre Jungen zur Welt bringen. Im Sommer wandern sie zur Nahrungssuche in die kühleren Gewässer der Polregionen. Bisher dachte man, dass sie während der Wanderungen und in ihrem Winterquartier über mindestens vier Monate keinerlei Nahrung aufnehmen, sondern von ihren Körperreserven zehren. Jüngste Studien im Costa Rican Dome zeigen allerdings, dass die Blauwale in diesem Überwinterungsgebiet aktiv nach Nahrung suchen.

Verbreitung: 

Diese Ozeanriesen wurden von Walfängern intensiv verfolgt, da sie besonders hohen Ertrag bedeuteten. So wurden die Blauwal-Populationen auf ein äußerst geringes Niveau gedrückt, auf dem sie sich noch heute befinden. Die Jagd auf Blauwale ist seit 1966 verboten, aber immer noch taucht auf japanischen Märkten gelegentlich falsch etikettiertes Blauwalfleisch auf. Die heutigen Hauptgefahren sind Schiffskollisionen, Lärm und chemische Verschmutzung. Ihr IUCN-Status ist insgesamt „stark gefährdet”, aber einige Populationen, etwa der Antarktische Blauwal, gelten als vom Aussterben bedroht.

Verbreitungskarte: