Blainville-Schnabelwal

Mesoplodon densirostris
Synonyme: 
  • Blainvilles-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 4,70 m
  • Weibchen: 4,70 m
  • Geburtsgröße: 2,00 - 2,50 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 1.033 kg
Nahrung: 
  • Fische (Gadidae und Myctophidae)
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
Nicht gelistet
Taxonomie: 

Der Blainville-Schnabelwal ist ein relativ leicht erkennbarer Vertreter der schwierigen Gattung Mesoplodon. Charakteristisch ist die stark gewölbte hintere Hälfte des Unterkiefers, die auch bei Weibchen und schon bei den Jungen ausgeprägt ist. Bei Männchen entspringen aus dieser Wölbung zwei große, gebogene Zähne, die über den Oberkiefer emporragen. Der Kieferknochen selbst ist dichter als das Elfenbein von Elefanten.

Morphologie: 

Der Blainville-Schnabelwal hat einen langgestreckten, spindelförmigen Körper mit einer dreieckigen Rückenflosse, die relativ weit hinten ansetzt. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind am Rücken in einem dunklen Blaugrau gefärbt, das mit dem Alter noch dunkler werden kann. Die Unterseite ist heller und am ganzen Körper tragen sie gelbbraune oder grauweiße Flecken. Narben sind keine Seltenheit. Einige davon sind kreisrund und stammen vermutlich vom Zigarrenhai. Bemerkenswert sind auch die im Vergleich zur Körpergröße winzigen Brustflossen. Weitere Kennzeichen des Blainville-Schnabelwals sind eine flache Stirn und ein langer, dicker Schnabel. Ihr Blas ist klein und nach vorne gerichtet.

Verhalten: 

Über den Blainville-Schnabelwal wissen wir mehr als über jede andere Mesoplodon-Art. Charakteristisch sind kurze Tauchsequenzen im Intervall von 15 bis 20 Sekunden, gefolgt von einem tiefen Tauchgang, der bis zu 54 Minuten lang dauern kann. Beim Auftauchen wird der Schnabel himmelwärts gerichtet. Nach dem Atemholen wird der Schnabel manchmal auf das Wasser geschlagen und vor dem Abtauchen rollen die Tiere mitunter etwas zur Seite. Durch Fotos belegte Wiedersichtungen deuten auf eine hohe Ortstreue im Studiengebiet vor den Bahamas hin. Blainville-Schnabelwale betreiben Polygynie mit Harembildung. Halbwüchsige wurden in tieferen, küstenferneren Gewässern beobachtet, was auf eine Dominanzstruktur schließen lässt. Es gibt auch Hinweise auf Unterschiede in der Raumnutzung, wobei in den Küstengewässern des Studiengebiets die Fluktuation der Männchen höher war als die der Weibchen.

Verbreitung: 

Der Blainville-Schnabelwal ist eine weit verbreitete Art, die sowohl temperate als auch tropische Gewässer aller drei Ozeane besiedelt, nicht aber die Polargebiete. Wie bei allen Schnabelwalen besteht eine Vorliebe für tiefe Meeresregionen, aber rund um manche ozeanische Inseln kommen Blainville-Schnabelwale auch in seichteren, küstennäheren Gewässern vor als andere Schnabelwale. Es liegen keine Zahlen zur Populationsgröße vor, die IUCN listet die Art daher in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage”. Zu den Gefahren für diese Art zählen Flottenmanöver mit Sonareinsatz, Umweltverschmutzung, Beifang und Bejagung.

Verbreitungskarte: