Beluga

Delphinapterus leucas
Synonyme: 
  • Beluga
  • Weißwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 5,50 m
  • Weibchen: 4,30 m
  • Geburtsgröße: 1,60 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 1.600 kg
Nahrung: 
  • Fische (Hering, Lachs, Dorsch), Krustentiere (Garnelen und Krabben)
  • Kalmare
Weltbestand, geschätzt: 
150000
IUCN-Kategorie: 
NT (Die Population des Cook Inlet wird als CR geführt)
CITES-Anhänge: 
II
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Der Beluga oder Weißwal ist eine gut erforschte Art. Er war in den vergangenen Jahrzehnten auch starken Nachstellungen ausgesetzt, sei es die Jagd zu Nahrungszwecken, sei es der Lebendfang für Zurschaustellungen. Mit seiner hellen, weißen Haut ist er im umgebenden dunklen Ozean leicht sichtbar, andererseits kann er mit dem Weiß von Eisschollen oder Schaumkronen verschmelzen. Aufgrund seiner Färbung ist es auch kaum möglich, den Beluga mit einer anderen Art zu verwechseln. Lediglich junge Narwale könnten für junge Belugas gehalten werden, aber die begleitenden Erwachsenen machen die Bestimmung klar. Narwal und Beluga bilden zusammen die Familie Monodontidae.

Morphologie: 

Bei der Geburt ist ein Beluga-Kalb dunkelgrau, manchmal mit einer bläulichen oder bräunlichen Tönung, die mit dem Alter aufhellt. Zwischen dem fünften und dem zwölften Lebensjahr wechseln sie ihre Farbe auf reines Weiß. Erwachsene Belugas haben manchmal einen Gelbstich, wenn auf ihrer Haut Kieselalgen wachsen. Diese Tönung verschwindet aber wieder mit der Sommerhäutung - einem für Waltiere sehr ungewöhnlichen Vorgang. Der kräftige Körper der Belugas ist mit einer dicken Fettschicht (Blubber) umgeben, die sie vor den arktischen Temperaturen schützt. An den Körperseiten und am Bauch bildet dieser Blubber oft dicke Falten. Belugas haben einen kurzen Schnabel und eine große, kugelige Melone. Sie können die Form sowohl der Melone als auch des Gesichts verändern, um ihre erstaunliche Vielfalt an Lautäußerungen zu erzeugen. Als einer der stimmfreudigsten Wale wurde der Beluga von frühen Seefahrern auch als „Kanarienvogel des Meeres” bezeichnet. Tatsächlich sind Lautäußerungen von Belugas oft auch über Wasser und sogar durch den Schiffsrumpf zu hören. Belugas und Irawadi-Delfine sind die einzigen Waltiere, die ihren Gesichtsausdruck deutlich verändern können. Bei manchen Gesängen erscheinen ihre Lippen sogar gerundet. Die Halswirbel sind, anders als bei den meisten anderen Waltieren, nicht verschmolzen, wodurch sie eine höhere Flexibilität besitzen. Statt einer Rückenflosse haben Belugas einen Rückenkamm. Ihre Haut ist sehr stark und dick, besonders im Bereich der Melone. Damit können sie auch Eis durchstoßen, um an Atemluft zu kommen. Die Hinterkante der Fluke ist konvex, nicht konkav wie bei den meisten anderen Waltieren, und die Hinterkanten der kleinen, gerundeten Brustflossen sind beim Männchen aufwärts gebogen, während sie bei den Weibchen flach bleiben.

Verhalten: 

Belugas können eine große Bandbreite an Tönen erzeugen. Sie verfügen auch über ein ausgefeiltes Sonarsystem, mit dem sie sich in sehr seichtem Wasser orientieren können. Nicht selten überleben sie Strandungen bis zum Einsetzen der nächsten Flut, vorausgesetzt, sie werden nicht von Prädatoren attackiert. Belugas springen nur selten, schauen sich aber oft über Wasser um und klatschen mit der Fluke aufs Wasser. Booten begegnen sie mit Neugierde. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die arktischen und subarktischen Gewässer, sowohl auf hoher See als auch im Küstenbereich oder bei Flussmündungen. Manchmal wandern Belugas in den Sommermonaten hunderte Meilen die Flüsse hinauf, um zu ihren Geburtsplätzen zu gelangen. Immer häufiger gibt es Meldungen von einzelgängerischen Individuen dieser Art.

Verbreitung: 

Belugas kommen in den höheren Breiten der nördlichen Hemisphäre, von der Westküste Grönlands westwärts bis Spitzbergen vor. Es gibt auch ortstreue Populationen in Alaska (Cook Inlet) und Kanada (St.-Lorenz-Golf). Seit Jahrhunderten werden sie vom Menschen verfolgt und auch heute noch werden sie zu Nahrungszwecken getötet oder für die Gefangenschaftshaltung gejagt. Zu ihren natürlichen Prädatoren zählen auch Schwertwale. Belugas werden manchmal von Packeis eingeschlossen, wodurch sie direkt sterben oder eine leichte Beute für Eisbären werden können. Vom Menschen ausgehende Gefahren umfassen Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas, Wasserkraftwerke, Umweltverschmutzung, Überfischung ihrer Nahrung, Beifang, Lebendfang für Delfinarien und Klimawandel. Einige Untersuchungen zeigten, dass Schadstoffe eine Schwächung des Immunsystems und eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit bewirken können. Belugas, die das Jahr über im St.-Lorenz-Golf leben, sind derart stark mit Schadstoffen belastet, dass sie nach ihrem Tod wie Giftmüll behandelt werden müssen. Die IWC führt derzeit 29 Bestände dieser Art. Die IUCN (2008) stuft den Beluga in die Kategorie „Gefährdung droht” ein, die etwa 300 Individuen umfassende Population des Cook Inlet in Alaska gilt allerdings als vom Aussterben bedroht.

Verbreitungskarte: