Baird-Schnabelwal

Berardius bairdii
Synonyme: 
  • Baird-Schnabelwal
Höchstlänge: 
  • Männchen: 11 m
  • Weibchen: 11 m
  • Geburtsgröße: 5 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 12.000 kg
Nahrung: 
  • Dorschartige (Gadiformes)
  • Kalmare
  • Krustentiere
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Es wurde lange diskutiert, ob Baird- und Südlicher Schnabelwal nicht ein und dieselbe Spezies sind, aber neue genetische Untersuchungen zeigten, dass es sich um zwei genetisch isolierte und verschiedene Arten handelt. Laut einer aktuellen Studie (Juli 2016) gibt es eine weitere, bisher unbenannte, Art der Gattung Berardius im Nordpazifik. Diese Annahme beruht auf genetischen und morphometrischen (= auf Basis der Vermessung von Körpern) Daten. Der Baird-Schnabelwal ist der größte aller Schnabelwale, die Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern dürften gering sein. Über die Wanderbewegungen dieser Art liegen zwar einige Informationen vor, aber es ist nach wie vor ungeklärt, wo die Tiere die Wintermonate verbringen.

Morphologie: 

Baird-Schnabelwale sind zwar sehr groß, aber zugleich schlank. Sie haben eine charakteristische, knollige Melone, die mit zunehmendem Alter weißlich werden kann, und einen langen Schnabel mit vorstehendem Unterkiefer. Dieser enthält zwei Paar Zähne, die bei beiden Geschlechtern zum Vorschein kommen, was für Schnabelwale ungewöhnlich ist. Das vordere Zahnpaar kann auch bei geschlossenem Maul sichtbar bleiben und bei älteren Tieren von Seepocken bewachsen sein. So wie alle Schnabelwale haben sie zwei Kehlfurchen. Die Brustflossen sind klein und leicht gerundet, sitzen weit vorne am Körper und werden bei Tauchgängen in kleine Vertiefungen an der Körperseite gelegt. Die kleine, dreieckige Rückenflosse sitzt weit hinten und ist an der Spitze meist gebogen. Das Braungrau des Körpers kann bei älteren Tieren von einer großen Zahl an Narben durchzogen sein, die von Auseinandersetzungen mit Artgenossen herrühren. Der Baird-Schnabelwal kann mit verschiedenen anderen Schnabelwalen verwechselt werden. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die Körpergröße und -färbung sowie die Form des Kopfes und der Rückenflosse.

Verhalten: 

Baird-Schnabelwale sind ausgesprochen langlebig, wobei die Männchen noch älter werden als die Weibchen. Sie sind sehr sozial und schließen sich in engen Gruppen aus 5 bis 20 Tieren zusammen, es wurden aber auch schon 50 dieser Wale zusammen beobachtet. Sie schwimmen nahe beieinander und gehen synchron zum Luftholen an die Oberfläche. Manchmal springen sie sogar gleichzeitig aus dem Wasser. Mitunter zeigen sie sich neugierig und lassen die Annäherung von Booten zu. Sie stecken den Kopf aus dem Wasser, um sich umzusehen, und schlagen mit der Fluke auf die Meeresoberfläche. Baird-Schnabelwale erreichen bei ihren Tauchgängen 800 bis 1200 Meter Tiefe, womit sie zu den Tieftauchern zählen. Sie ernähren sich von Kalmaren sowie pelagischen und Tiefseefischen. Bevorzugt halten sie sich bei Meerestiefen nahe dem Kontinentalschelf oder rund um Unterseegebirge auf.

Verbreitung: 

Das Verbreitungsgebiet der Baird-Schnabelwale umfasst den Nordpazifik, das Japanische und das Ochotskische Meer sowie die Beringsee. Anders als die meisten anderen Schnabelwale wurde und wird der Baird-Schnabelwal kommerziell gejagt. Absichtliche Tötungen sind daher die Hauptgefahr für diese Art. Weitere Gefährdungsfaktoren sind Beifang in der Fischerei, Lärmverschmutzung und Klimawandel. Im Nordwestpazifik geht man derzeit von drei Beständen aus (Japanisches Meer, Ochotskisches Meer und Pazifik), die zusammen ca. 7000 Tiere ausmachen. Weitere geschätzte 1100 Baird-Schnabelwale leben im Nordostpazifik. Die IUCN führt diese Art in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage”.

Verbreitungskarte: