Atlantischer Delfin

Sousa teuszii
Synonyme: 
  • Atlantischer Delfin
Höchstlänge: 
  • Männchen: 2,80 m
  • Weibchen: 2,50 m
  • Geburtsgröße: 1,00 m
Höchstgewicht: 
  • Männchen: 260 kg
Nahrung: 
  • Fische (Meeräschen)
  • Kalmare
  • Oktopus
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
VU
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
I & II
Taxonomie: 

Die Einstufung des Atlantischen Delfins als eigene Spezies wurde verschiedentlich in Zweifel gezogen, heute ist die Unterscheidung vom Indo-Pazifischen Buckeldelfin aber sowohl anhand morphologischer als auch genetischer Befunde anerkannt. Von Atlantischen Delfinen wird berichtet, dass sie mit mauretanischen Fischern kooperativen Fischfang betreiben, indem sie die Fische an die Küste und in die Netze treiben. Andererseits werden die Delfine in anderen Gebieten Westafrikas bejagt.

Morphologie: 

In seinem Körperbau ähnelt der Atlantische Delfin dem Indo-Pazifischen Buckeldelfin in dessen westlichem Verbreitungsgebiet. Er ist zwar etwas kleiner, hat aber denselben kennzeichnenden Buckel, auf dem sich die kleine sichelförmige oder dreieckige Rückenflosse befindet. Dieser Buckel wird mit zunehmendem Alter immer ausgeprägter. Der Atlantische Delfin hat eine gerundete Melone, einen langen, schmalen Schnabel, breite Brustflossen mit gerundeten Spitzen und eine Schwanzflosse mit konkaver Hinterkante. In der Körperfärbung ist er etwas weniger variabel als seine indo-pazifische Schwesterart: Meist zeigen Rücken und Seiten eine schiefergraue Farbe, die fließend in das Hellgrau des Bauchs übergeht. Schnabel und Rückenflosse werden oft im Alter heller. Bei widrigen Bedingungen kann man diese Art mit dem Großen Tümmler verwechseln, aber eine Sichtung des unverwechselbaren Buckels macht die Sache klar.

Verhalten: 

Das Verhalten des Atlantischen Delfins ist unzureichend erforscht. Man nimmt an, dass es im wesentlichem dem der indo-pazifischen Verwandten gleicht. Die Art ist nicht sehr akrobatisch und in der Nähe von Booten zurückhaltend. Nur selten reiten die Delfine auf Bugwellen und manchmal zeigen sie aktives Vermeidungsverhalten gegenüber Schiffen. Das Verbreitungsgebiet liegt in Westafrika von Marokko bis Angola, wo dieser ausgeprägte Küstendelfin kaum mehr als 25 m tiefe Gewässer aufsucht. Die meiste Zeit verbringt er in der Gezeitenzone.

Verbreitung: 

Sowohl gezielte als auch unbeabsichtigte Tötungen sind eine ernste Gefahr für den Atlantischen Delfin und erreichen derzeit vermutlich ein bestandsgefährdendes Ausmaß. Außerdem ist der Atlantische Delfin wegen seiner Bindung an küstennahe Gewässer von weiteren menschgemachten Gefahren betroffen, vor allem Habitatzerstörung und Verschmutzung. In ihrem Verbreitungsgebiet lebt die Art in getrennten Populationen, daher stellt das Ausmaß der Bedrohungen, denen sie in bestimmten Gebieten ausgesetzt ist, ein großes Problem für die langfristige Arterhaltung dar. Im Jahr 2008 wurde der Atlantische Delfin von der IUCN als gefährdet eingestuft.

Verbreitungskarte: