Amazonas-Sotalia

Sotalia fluviatilis
Synonyme: 
  • Tucuxi
  • Amazonas-Sotalia
Höchstlänge: 
  • Männchen: 1,50 m
  • Weibchen: 1,50 m
  • Geburtsgröße: 0,7 m
Höchstgewicht: 
  • Weibchen: 53 kg
Nahrung: 
  • Fische
Weltbestand, geschätzt: 
Unbekannt
IUCN-Kategorie: 
DD
CITES-Anhänge: 
I
CMS-Anhänge: 
II
Taxonomie: 

Die Kontroversen um die Taxonomie der Gattung sotalia ist nun beigelegt. Die zwei unterschiedlichen Populationen wurden nun als zwei verschiedene Arten anerkannt. Sotalia fluviatilis in den Flüssen und Sotalia guianensis an den Meeresküsten. Letzterer wird nun als Guyana-Delfin geführt. Weitere Forschungsarbeit ist nötig, um die Verbreitung beider Arten im Mündungsgebiet des Amazonas und im Orinoco nachzuweisen. Der Tucuxi ist als der „andere Delfin” des Amazonas bekannt.

Morphologie: 

Die Sotalias ähneln insgesamt dem Großen Tümmler, sind aber kleiner, haben eine niedrige dreieckige Rückenflosse, breite Brustflossen und einen schmalen, hervorstehenderen Schnabel. Die Körperfärbung reicht oberseits von blau bis grau und unterseits von heller grau über rosa bis weiß. Die Tucuxi sind generell kleiner als die Guyana-Delfine, die um bis zu 30 % größer sein können. Trotzdem ist es dort, wo sich ihre Verbreitungsgebiete überschneiden, kaum möglich, Tucuxi und Guyana-Delfin zu unterscheiden.

Verhalten: 

Meist leben die Tucuxi in Kleingruppen aus wenigen Tieren, nur an den Küsten bilden sie auch größere Gruppen mit bis zu 20 oder sogar 30 Mitgliedern. Sie sind sehr sozial und beeindruckend akrobatisch - sie springschwimmen, klatschen mit Schwanz- oder Brustflossen aufs Wasser oder strecken den Kopf aus dem Wasser, um sich umzusehen. Allerdings reiten sie, soweit bekannt, nicht auf Bugwellen. Sie sind scheu und lassen kaum Annäherung zu. Tucuxi unternehmen kurze Tauchgänge, die meist nur 30 bis 60 Sekunden lang dauern. Sie werden oft in Gesellschaft von Amazonas-Flussdelfinen (Inia geoffrensis) beobachtet. Durch Untersuchungen mittels Photoidentifikation in Südbrasilien stellte man fest, dass manche Individuen langfristige Ortstreue in einem Gebiet zeigen.

Verbreitung: 

Die Tucuxi leben in den Flüssen des gesamten Amazonas-Beckens und möglicherweise auch im Orinoco. Zu den Gefahren für diese Art zählen direkte Tötungen, weil sie als Konkurrenten wahrgenommen werden oder um traditionelle Medizin herzustellen. Interessanterweise sind sie aber in großen Teilen ihres Verbreitungsgebietes durch ihre Rolle in Mythen und Legenden geschützt. Weitere Gefährdungsfaktoren sind Umweltverschmutzung, Beifang und Verheddern in Fischernetzen, Störung durch Menschen sowie Lebensraumverschlechterung. Es ist keine umfassende Populationsschätzung verfügbar und die IUCN listet die Art in der Kategorie „ungenügende Datengrundlage” (2008).

Verbreitungskarte: